KONSTRUKTIVE KONFLIKTKULTUR

1. MODUL
Im ersten Modul (3 Tage) der MI-Ausbildung wird das Konzept der Motivierenden Gesprächsführung umfassend dargelegt. Herkunft, Entwicklung und Einsatzmöglichkeiten des Gesprächskonzeptes werden dargestellt. Weitere Informationen finden Sie unter Was ist MI. Die systemisch-humanistische Grundhaltung, das sogenannte Menschenbild, wird eingehend erläutert und diskutiert. Der Fokus bei diesem basalen Gesprächskonzept liegt auf der motivationalen Dynamik des Menschen und wie Eigenmotivation entlockt werden kann. Entsprechend wertfrei, einladend und begleitend ist das Vorgehen, sodass es bei der Klärung von Veränderungsambivalenzen sehr hilfreich ist.

Es werden Prozessmodelle vorgestellt, die verdeutlichen, „wo“ ein/e Klient*in in seiner/ihrer Veränderungsmotivation „gerade steht“ und wie diese durch die kommunikative Anwendung von MI-Methoden situationsangemessen begleitet werden kann. Das Kennenlernen und zwanglose Ausprobieren aller Basismethoden wie Offene Fragen, Aktives Zuhören, Wertschätzung und Würdigung, Informieren und Rat anbieten und Zusammenfassungen, sowie der drei Methodengruppen, die spezifische Kompetenzen beinhalten (Geschmeidiger Umgang mit Widerstand, Change- und Confidence Talk entlocken und fördern), stehen im ersten Modul im Mittelpunkt. Dadurch gelingt eine sofortige Anwendung des Gelernten in die eigene Berufspraxis. Die Vermittlung erfolgt in allen Abschnitten auf abwechslungsreiche, kurzweilige, lernförderliche, aktivierende und wertschätzend-freudvolle Weise.

2. MODUL
Das zweite Modul (3 Tage) der MI-Ausbildung beinhaltet eine Auffrischung, Vertiefung und Ausdifferenzierung des im ersten Modul Gelernten und in der Zwischenzeit Erprobten. Situationen aus dem Berufsalltag werden dabei aufgegriffen. Das Ansprechen von heiklen Themen á la MI wird als Input und Übungseinheit praktiziert. Die vier MI-Gesprächsprozessschritte (Kontakt aufnehmen, Anliegen herausarbeiten, Motivation wecken und Veränderung planen) werden erarbeitet und auf die eigene Arbeitssituation übertragen. Darüber hinaus ist das zentrale Thema das Hervorlocken und Stärken von Change- und Confidence Talk: Wie kann das Gegenüber darin gestärkt werden, den eigenen Willen in Bezug auf eine Verhaltensänderung anschauen und (nachhaltig) zieloffen verändern, d.h. wie kann der/die Klient*in darin unterstützt werden, eigene Ziele zu artikulieren und aktiv werden. Die motivationspsychologische und kommunikative Herausforderung der (inter-) subjektiv stimmigen Unterscheidung von Wunsch und Wille wird dabei besonders thematisiert. Ressourcenförderung sowie zielpsychologische Hintergründe sind weitere Themen in diesem Modul.

3. MODUL
Das dritte Modul (3 Tage) der Ausbildung beginnt mit einer Auffrischung und Vertiefung der zuvor erlernten Inhalte. Es werden berufsbezogene Anliegen aus der Praxis abgeleitet, die im weiteren Verlauf des Workshops unter MI-Gesichtspunkten bearbeitet werden. Dabei stehen individuelle, anspruchsvolle Situationen aus der Arbeit im Vordergrund und werden im Sinne von MI kollegial, ressourcen- und lösungsorientiert bearbeitet. Gerade die Vertiefung des Phänomens „discord und sustain talk“ (Mißtöne und Status quo-bewahrende Äußerungen des Klienten oder der Klientin), sowie das Wahrnehmen und Reagieren auf Change- und Confidence-Äußerungen des Gegenübers werden geschult. Auch das Herausarbeiten von Zuversicht und Optimismus oder Akzeptanz im Zusammenhang der jeweiligen Motivationsproblematik finden hier nochmals Raum. Je nach Zusammensetzung der Teilnehmenden werden auch gruppenspezifische Herausforderungen (z.B. Störungen in Gruppensettings) unter MI-Gesichtspunkten erläutert.

Allgemeine Informationen zur Ausbildung
Optional können zwischen den einzelnen Modulen und auch nach der Ausbildung MI-Remote-Refresher besucht werden. Um die individuellen MI-Kompetenzen zu vertiefen zu festigen besteht die Möglichkeit eine MI-Gesprächsanalyse (MITI) zu buchen (nicht im Ausbildungspaket enthalten).

Der didaktische Aufbau und die „Dramaturgie“ des Trainings sind in zahlreichen Schulungen von uns erprobt und weiterentwickelt worden. Im Rahmen dieser Weiterentwicklungen berücksichtigen wir auch die Erkenntnisse anderer Schulen der Motivationspsychologie. Ebenfalls fließen die Erfahrungen unseres MI-Teams in das Konzept ein. Unsere Schulungen sind klar und transparent strukturiert und gehen zugleich auf die spezifischen Anliegen der Teilnehmenden ein. Wir praktizieren, was wir unterrichten. Wir arbeiten in der Regel mit moderativen Techniken, d.h. mit Flipchart und Pinnwand und verzichten, wenn möglich, auf Beamer und PowerPoint-Präsentationen. Wir setzen von uns entwickelte Arbeitshefte (Trainingsmaterialien) ein und geben grundlegendes Wissen z.B. als kurzen Input am Flipchart weiter. Wir arbeiten mit hoher didaktischer Variabilität und unsere Maxime ist, dass Fortbildung freudvoll sein soll, damit alle etwas davon haben. Abwechslungsreiche Übungen in Einzel- und Kleingruppenarbeit sowie im Plenum bestimmen den Seminaralltag. Dem MI-Referent*innen-Team gehören zurzeit 20 Personen an, sechs davon sind Mitglied im Motivational Interviewing Network of Trainers (MINT). MI-Refresher werden 4-mal im Jahr angeboten und umfassen 4 Unterrichtseinheiten.

ZIEL DER MI-AUSBILDUNG
Nach Abschluss der insgesamt neuntägigen Ausbildung sind die Teilnehmer*innen in der MI-Haltung gefestigt und können die MI-spezifischen Gesprächsmethoden in ihren eigenen Arbeitskontext sicher anwenden, in den jeweiligen Arbeitsalltag integrieren, sowohl sich selbst evaluieren, um mit dem Gelernten sich stetig weiterzuentwickeln. Die Teilnehmer*innen erhalten das MI-Zertifikat der GK Quest Akademie.

Workshop

Ort: Heidelberg

22. – 24.09.2021

Anmeldung: kunde.gk-quest.de/8031.55

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